Das Menschenrecht auf Gesundheit (2022)

Das Menschenrecht auf den "höchsten erreichbaren Stand an körperlicher und geistiger Gesundheit" gehört zu den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten ("WSK-Rechte"), wie sie von der UN im Sozialpakt 1966 (Art. 12) formuliert und von der großen Mehrheit der Staaten auch verabschiedet wurden.

Die zunächst kompliziert klingende Formulierung soll deutlich machen, dass es nicht das "Recht, gesund zu sein" geben kann, weil Krankheit und Behinderung ein Teil des menschlichen Lebens sind.

Gerade die Erfahrungen mit eugenischen Konzepten einer "Welt ohne Schwäche und Krankheit", wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diskutiert und im nationalsozialistischen Deutschland in hunderttausendfachem Mord an geistig und körperlich behinderten Menschen realisiert wurden, macht diese Präzisierung notwendig.

Konkret bedeutet der "höchste erreichbare Stand", dass allen Menschen im Krankheitsfall Zugang zur Gesundheitsversorgung ermöglicht werden muss. Darüber hinaus müssen gesundheitsförderliche Lebensbedingungen sichergestellt werden, die als "soziale Determinanten der Gesundheit" zusammengefasst werden. Diese Bedingungen, so die Weltgesundheitsorganisation, werden durch die Verteilung von Geld, Macht und anderen Ressourcen auf globaler, nationaler sowie lokaler Ebene beeinflusst.

(Video) Kinderrechte: Recht auf Gesundheit

Respektieren, schützen, erfüllen

Es ist hilfreich, sich die Rolle des Staates bei der Realisierung der komplexen sozialen Menschenrechte genauer anzuschauen: Er verpflichtet sich im Rahmen des Sozialpaktes, die Rechte der Menschen zu respektieren, zu schützen und zu erfüllen.

Dies sind wichtige Unterscheidungen. Es existieren seit den Debatten in den 1960er Jahren immer wieder Bedenken gegen soziale Menschenrechte: vor allem arme, sogenannte "weniger entwickelte" Länder hätten kaum Kapazitäten, um eine umfangreiche Gesundheitsversorgung – unabhängig von individuellen Vermögensverhältnissen – zu ermöglichen.

Zum Beispiel werden nicht alle Staaten die Mittel haben, aufwendige Herzoperationen oder Organtransplantationen flächendeckend durchzuführen. Vor diesem Hintergrund wurde eine erst allmählich voranschreitende (progressive) Realisierung dieser zum Erfüllungsauftrag gehörenden Gesundheitsversorgung in die Formulierung der WSK-Rechte mit aufgenommen. Allerdings muss diese Gesundheitsversorgung diskriminierungsfrei verfügbar sein. Es dürfen etwa nicht nur die Bevölkerung einer Hauptstadt oder die Unterstützer einer Regierungspartei von den staatlich finanzierten Diensten profitieren.

Zugleich sind die Aspekte der Respektierung und des Schutzes der Gesundheitsrechte nicht weniger wichtig: Zu respektieren – der Staat darf selbst keine Menschenrechtsverletzungen begehen – und zu schützen – er muss andere daran hindern, Menschenrechtsverletzungen zu begehen – ist zum Beispiel das Recht auf Zustimmung zu medizinischen Prozeduren. Patientinnen und Patienten müssen also informiert werden und zustimmen, was zusätzlich dokumentiert werden muss.

(Video) Gesundheit ist ein Menschenrecht! Kundgebung vor dem Brandenburger Tor

Zu diesem Themenkomplex gehören auch die Zwangsmaßnahmen, die staatliche Organe wie Polizei und Psychiatrie gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen anwenden: zum Selbstschutz, um Suizide zu verhindern, und Fremdschutz, also zum Schutz anderer. Solche Zwangsmaßnahmen bedürfen immer der richterlichen Überprüfung, um klare Kontrollmechanismen zu haben und die Freiheitsrechte der Betroffenen nur im gerechtfertigten Notfall und so gering wie unbedingt notwendig einzuschränken.

Ebenso führten die Debatten um operative "Angleichungen" an das männliche oder weibliche Geschlecht bei Neugeborenen ohne "eindeutige" Geschlechtszugehörigkeit zu einer stärkeren Thematisierung des Rechts auf Unversehrtheit. Besonders die Nicht-Einwilligungsfähigkeit der Neugeborenen wurde hier zur Sprache gebracht.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist die bereits erwähnte Nicht-Diskriminierung, wenn es um den Zugang zur Gesundheitsversorgung geht. Dies kann zum einen ethnische oder religiöse Minderheiten sowie Nicht-Staatsbürger oder Migranten betreffen; zum anderen ist dieses Recht auch im großen Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit relevant. Dieser ist in vielen Gesellschaften mit starken moralischen Verurteilungen belegt. So ist häufig ein sicherer Schutz vor Krankheiten (besonders HIV, Hepatitis) für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, homosexuelle oder drogenkonsumierende Menschen durch Kriminalisierung bzw. starke moralische Verurteilungen nicht gewährleistet. Gleiches gilt für den sicheren Zugang zu Empfängnisverhütung und Behandlung von sexuell übertragbaren Krankheiten für junge, unverheiratete Frauen und Männer.

Zugang zur Gesundheitsversorgung

Während es sich hierbei also um klassische "Freiheitsrechte" zum Schutz vor Diskriminierung und Übergriffen handelt, sind die "Anspruchsrechte" (Entitlements) zur Sicherung des Zugangs zu einer guten, umfassenden Gesundheitsversorgung im Krankheitsfall stärker von politischen Entscheidungen abhängig. Dabei ist maßgeblich, wie stark ein Staat und eine Gesellschaft sich sozialpolitisch engagieren und entsprechende Ressourcen bereitstellen bzw. bereitstellen können, damit eine gute Gesundheitsversorgung auch tatsächlich für alle Menschen unabhängig von ihrem individuellen Einkommen erreichbar ist.

(Video) Gesundheit ist ein Menschenrecht

So hat beispielsweise Thailand seit 2002 starke Fortschritte dabei gemacht, landesweit ein öffentliches Gesundheitssystem aufzubauen, um den universellen Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern. Der Staat investierte etwa im Jahr 2011 über 14 Prozent seines Budgets in diesen Sektor. Nur knapp 25 Prozent aller Gesundheitsausgaben zahlen Patientinnen und Patienten direkt. Im Gegensatz dazu investiert Indien nur eine minimale Summe seiner Haushaltsmittel (3,7 Prozent) in die öffentlichen Gesundheitsdienste, sodass Patientinnen und Patienten über 70 Prozent aller Kosten selbst tragen müssen. 25 Millionen Menschen in Indien verarmen dadurch jedes Jahr.

Sind solche solidarischen Finanzierungen von sozialer Infrastruktur traditionell nur innerhalb von Staaten Praxis geworden, so geht die Debatte angesichts einer globalisierten Welt inzwischen darüber hinaus: Für die ärmsten Länder der Welt, deren Staatseinnahmen nicht ausreichen, müssten globale Ausgleichsmechanismen entstehen, wenn das Recht auf Gesundheitsversorgung tatsächlich für alle Realität werden soll. Bislang wurde dies nur auf freiwilliger Basis über bilaterale Entwicklungshilfe oder über globale Fonds wie den Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria realisiert. Ein verpflichtender, kontinuierlicher Mechanismus wie etwa der Länderfinanzausgleich in Deutschland ist daher dringend notwendig, wenn Gesundheitsrechte auch langfristig global gesichert werden sollen.

Privatisierung und Kommerzialisierung der Gesundheitsversorgung

Wie im Beispiel aus Indien rutschen weltweit jährlich ca. 100 Millionen Menschen durch hohe privat zu tragende Krankheitskosten in die Armut ab. Das ist vor dem Hintergrund einer Rechtsverpflichtung, den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu garantieren, eine schwere Menschenrechtsverletzung. Eine global zu beobachtende Tendenz zur Privatisierung und Kommerzialisierung von Gesundheitsversorgung verschärft diese Entwicklung. Diese Entwicklung sollte durch eine klare gesellschaftliche Verantwortung zur Sicherung des Rechts auf Zugang zur Gesundheitsversorgung zurückgedrängt werden.

Aktive Betroffene und soziale Bewegungen haben im Namen des "Rechts auf Zugang zur Gesundheitsversorgung" bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten von HIV/AIDS erfolgreich dafür gekämpft, dass die Behandlungsoptionen, die aufgrund der hohen Medikamentenpreise bis zur Jahrtausendwende fast ausschließlich in den reichen Industrieländern verfügbar waren, nun fast 15 Millionen Menschen in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern erreichen. Dazu trugen auch Rechtsstreitigkeiten gegen die eigenen Regierungen – in Thailand, Brasilien, Südafrika und Indien – bei. In der Folge wurde der Staat verpflichtet, die Behandlungskosten zu übernehmen und zugleich kostengünstige Alternativen zu teuren Originalmedikamenten zu finden. Hier wird die Verknüpfung von Gesundheits- und Wirtschaftspolitik besonders gut deutlich: Das wirtschaftspolitische Patentrecht behindert das Menschenrecht auf Zugang zu Gesundheitsversorgung.

(Video) Artikel 24: Jedes Kind hat das Recht auf Gesundheit

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung geht aber weit über die Medikamentenversorgung hinaus: Der UN-Pakt nennt ausdrücklich die sichere und zeitnahe Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Gesundheitsdiensten in guter Qualität, die eine Grundversorgung der wichtigsten akuten und chronischen Erkrankungen sicherstellen können. Dazu zählen die Gesundheit von Mutter und Kind ebenso wie korrekte Gesundheitsaufklärung und -information oder auch die Beteiligung der Bevölkerung an gesundheitsrelevanten Entscheidungen auf nationaler und kommunaler Ebene.

Dies findet in vielen Ländern über lokale Gesundheitskomitees in den Gemeinden statt, die eine aktive Schnittstelle zwischen der Bevölkerung und den Gesundheitszentren darstellen. Sie sind aktiv an Gesundheitsaufklärung und Kampagnen beteiligt, vertreten die Interessen der Menschen gegenüber den Fachleuten in den Gesundheitseinrichtungen und werden bei Diskriminierungen oder Verletzungen der Vertraulichkeit aktiv.

Soziale Determinanten der Gesundheit

So wichtig der Zugang zur Gesundheitsversorgung im Krankheitsfall und auch präventive Gesundheitsaktivitäten wie Impfungen und Früherkennungen sind – die Voraussetzungen für ein gesundes Leben sind nicht allein vom Gesundheitssystem abhängig.

Der UN-Pakt nennt folgende grundlegende Bedingungen, die zum "Recht auf Gesundheit" maßgeblich beitragen: Sicherer Zugang zu sauberem Trinkwasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, sichere Nahrungsmittel und ausreichende Ernährung, gesunde Wohn-, Arbeits- und Umweltbedingungen, gesundheitsbezogene Informationen und Bildung sowie Geschlechtergerechtigkeit.

(Video) Gesundheit ist Menschenrecht

Diese "sozialen Grundbedingungen" (oder Determinanten) sind deshalb so zentral für das Recht auf Gesundheit, weil die soziale Ungleichheit wesentlich darüber entscheidet, wie schnell Menschen krank werden, welchen krankmachenden Einflüssen sie ausgesetzt sind und schließlich wie lange sie bei guter Gesundheit leben. Die Sterblichkeitsunterschiede zwischen Menschen sind wesentlich davon abhängig: Dies betrifft zum einen die Unterschiede zwischen den Ländern, deren durchschnittliche Lebenserwartungen sich je nach Wohlstand der Bevölkerung im Extrem bis zu 35 Jahre unterscheiden. Aber auch innerhalb einzelner Länder werden die Unterschiede deutlich: In Deutschland beträgt die soziale Kluft bei der Lebenserwartung bei Männern bis zu 10 Jahre. Noch größer ist die Kluft bei Menschen, die weder eine Behinderung noch schwere chronische Krankheiten haben – fast 15 Jahre machen hier die sozialen Unterschiede im Durchschnitt aus. Bei Frauen sind die Unterschiede etwas geringer. Die klare Diagnose: Armut und Ungleichheit machen krank und führen zu vorzeitigem Tod.

Um diese Kluft zu verringern, braucht es Interventionen in viele Politikfelder: Wohnungsbau und Verkehrspolitik, Arbeitssicherheit und soziale Sicherungen, Nichtraucherschutz und Nahrungsmittelinformationen. Nur so kann das alte Ziel der "Gesundheit für Alle", mit dem die Weltgesundheitsorganisation schon bei ihrer Gründung 1946 angetreten ist, realisiert werden.

FAQs

Ist Gesundheit ein Menschenrecht? ›

Laut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen hat jeder Mensch das Recht auf einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohlergehen gewährleistet.

Welche Rechte haben gesunde Menschen? ›

Welche Rechte umfasst der heutige Menschenrechtskanon?
  • das Recht auf Leben,
  • das Verbot der Folter,
  • die Rechte auf persönliche Freiheit, Freizügigkeit und Schutz des Privatlebens,
  • die Gedanken-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit,
  • die Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit,

Welche Merkmale hat ein Menschenrecht? ›

Darunter fallen etwa das Recht auf Leben, das Verbot der Folter, die Rechte auf persönliche Freiheit, auf Freizügigkeit und auf Schutz des Privatlebens, justizbezogene Rechte (Gleichheit vor dem Gesetz, Unschuldsvermutung, faires Gerichtsverfahren etc.), die Gedanken-, Religions- und Weltanschauungsfreiheit, die ...

Was ist ein Menschenrecht Beispiele? ›

Zu den Menschenrechten gehören bürgerliche und politische Freiheits- und Beteiligungsrechte, unter anderem das Recht auf Leben, das Verbot der Folter, die Religions-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit oder die Gleichheit vor dem Gesetz.

Was bedeutet das kinderrecht Gesundheit? ›

Artikel 24 der Kinderrechtskonvention, das Recht auf Gesundheit, garantiert allen Kindern einen Zugang zu Gesundheitsdiensten zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Die Gesundheit eines Kindes ist der Zustand des körperlichen und psychischen Wohlergehens.

Ist ein Menschenrecht? ›

Zu den Menschenrechten gehören bürgerliche und politische Freiheits- und Beteiligungsrechte, unter anderem das Recht auf Leben, das Verbot der Folter, die Religions-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit oder die Gleichheit vor dem Gesetz.

Was sind die wichtigsten Menschenrechte? ›

Lediglich in Deutschland wird es von mehreren Rechten getoppt: Hierzulande gelten die Meinungsfreiheit, die Privatsphäre, die freie Schulbildung, die Gesundheitsversorgung und das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren als am wichtigsten.

Welche Rechte stehen allen Menschen zu? ›

In dreissig Artikeln werden Garantien zum Schutz der menschlichen Person (Recht auf Leben, Verbot der Sklaverei, Verbot der Folter, Verbot willkürlicher Festnahme und Haft, etc.), Verfahrensrechte (Anspruch auf wirksame Rechtsbehelfe, etc.), klassische Freiheitsrechte wie z.B. die Meinungsfreiheit, die ...

Was gibt es alles für Rechte? ›

Am häufigsten findet sich die Unterteilung in 1) die bürgerlichen und politischen Rechte (auch Freiheitsrechte genannt), 2) die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte (auch Sozialrechte genannt) und 3) die kollektiven Rechte.

Wie unterscheiden sich Menschenrechte von anderen Rechten? ›

Zu den Grundrechten, die im Grundgesetz niedergelegt sind, gehören einerseits Bürgerrechte, auf die nur Deutsche Anspruch haben, und andererseits allgemeine Menschenrechte, auf die alle Menschen pochen können, die in Deutschland leben.

Wie sahen die ersten Menschenrechte aus? ›

Dezember 1848 verkündet: Gleichheit vor dem Gesetz, Schutz gegen behördliche Willkür, Pressefreiheit, Glaubensfreiheit, Gewissensfreiheit, Versammlungsfreiheit, das Recht Vereinigungen zu bilden, Unabhängigkeit der Gerichte, öffentliche Gerichtsverfahren, Freiheit des Besitzes.

Was sind die 30 Menschenrechte? ›

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948) besteht aus 30 Artikeln, beschlossen von den Vereinten Nationen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist ein dynamisches Dokument, das den größtmöglichen Schutz aller Menschen im Hier und Jetzt gewährleisten soll.

Was sind die Menschenrechte einfach erklärt? ›

Menschenrechte sind Rechte, die sich aus der Würde des Menschen herleiten und begründen lassen; Rechte, die unveräußerlich, unteilbar und unverzichtbar sind. Sie stehen allen Menschen zu, unabhängig davon, wo sie leben und unabhängig davon, wie sie leben. Es handelt sich also um eine Art globaler Grundrechte.

Wo gibt es überall Menschenrechte? ›

Egal welche Hautfarbe, Religion oder welches Geschlecht sie haben. Das Recht auf Gleichheit ist ein Menschenrecht. Es gilt überall auf der Welt.

Warum haben Kinder das Recht auf Gesundheit? ›

Für Kinder ist das Recht auf Gesundheit von entscheidender Bedeutung, da sie eines besonderen Schutzes bedürfen. Sie haben ein erhöhtes Risiko, an Erkrankungen und gesundheitlichen Problemen zu leiden. Bleiben Kinder von Krankheiten verschont, haben sie die Möglichkeit, zu gesunden Erwachsenen heranzuwachsen.

Was sind die 10 Kinderrechte? ›

Hier die wichtigsten Kinderrechte in Kurzform:
  • Gleichheit. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. ...
  • Gesundheit. ...
  • Bildung. ...
  • Spiel und Freizeit. ...
  • Freie Meinungsäußerung und Beteiligung. ...
  • Schutz vor Gewalt. ...
  • Zugang zu Medien. ...
  • Schutz der Privatsphäre und Würde.

Haben Kinder ein Recht auf Meinungsfreiheit? ›

Das Kind hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, ungeachtet der Staatsgrenzen Informationen und Gedankengut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunstwerke oder andere vom Kind gewählte Mittel sich zu beschaffen, zu empfangen und weiterzugeben.

Sind die Menschenrechte ein Gesetz? ›

Universalität im Menschenrecht steht für Allgemeingültigkeit. Das heißt, dass die Menschenrechte überall und für alle Menschen jederzeit gültig sind. Sie stehen als Naturrecht über jeglichem positiven Recht und sind damit unabhängig von sowie in ihrem Wesensgehalt unantastbar durch staatliche Gesetzgebung.

Welches sind die Grundrechte? ›

Hierzu gehören beispielsweise die Gleichheit aller Menschen, die Meinungs-, Presse-, Glaubens, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, die Freiheit der Berufswahl, die Unverletzlichkeit der Wohnung, das Eigentumsrecht oder auch das Asylrecht. Ein großer Teil der Grundrechte sind gleichzeitig Menschenrechte.

Was sind die 5 wichtigsten Grundrechte? ›

Dieser Absatz enthält gleich mehrere Grundrechte: Die Meinungsäußerungsfreiheit, die Informationsfreiheit, die Pressefreiheit, die Rundfunkfreiheit und die Freiheit des Films; zusammengefasst werden diese auch als Meinungs- und Verbreitungsfreiheit.

Wo findet man alle 30 Menschenrechte? ›

Auf den nächste Seiten findest du alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurden.

Haben alle die gleichen Rechte? ›

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

Welche Rechte bilden den Kernbereich der Menschenrechte? ›

Das Problem der Universalität der Menschenrechte

Dennoch ist weltweit unumstritten, dass es einen schützenswerten, universalen menschenrechtlichen Kernbereich (wie das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Freiheit von willkürlicher Inhaftierung) gibt.

Welche drei Gruppen von Rechten unterscheidet man? ›

Die Gruppen haben diese Themen: Versorgung. Schutz. Beteiligung.

Was für Rechte gibt es in Deutschland? ›

Katalog der Grundrechte und grundrechtsgleichen Rechte im Grundgesetz
ArtikelInhaltVolltext
Artikel 8Versammlungsfreiheit8
Artikel 9Vereinigungsfreiheit, Koalitionsfreiheit9
Artikel 10Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis10
Artikel 11Freizügigkeit im Bundesgebiet11
27 more rows

Was bedeutet es Rechte zu haben? ›

In der Standard-Verwendung bedeutet ein Recht zu haben, mit anderen in einem be- stimmten normativen Verhältnis zu stehen, nämlich einen legitimen Anspruch ihnen ge- genüber zu haben.

Was ist der Unterschied zwischen Grundrechten und Bürgerrechten? ›

Die Grundrechte sind die wichtigsten Rechte, die Menschen in Deutschland gegenüber dem Staat haben. Menschenrechte und Bürgerrechte sind Grundrechte. Menschenrechte gelten für alle Menschen. Bürgerrechte gelten nur für die Bürger und Bürgerinnen eines Staates.

Wie werden Grundrechte unterschieden? ›

Nach dieser Lehre sind drei Kategorien von Grundrechten zu unterscheiden: der status negativus (die Grundrechte als Abwehrrechte), der status positivus (die Grundrechte als Leistungsrechte) und der status activus (die Grundrechte als Rechte zur aktiven Teilnahme).

Sind die Menschenrechte universell gültig? ›

Menschenrechte sind ihrem Begriff nach universelle Rechte, da sie für alle Menschen gelten, und sie sind egalitäre Rechte, da sie für alle Menschen in der gleichen Weise gelten.

Was war das erste Menschenrecht? ›

Am 10.12.1948 um drei Uhr nachts verkündete Eleanor Roosevelt, Vorsitzende der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte". Sie wurde für die Menschen auf der ganzen Welt zum Wegweiser und Bezugspunkt beim Kampf um ein menschenwürdiges Leben ohne Angst und Schrecken.

Wann gab es die ersten Menschenrechte? ›

Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Seither hat sich im Kampf gegen Diskriminierung viel getan. Doch noch immer werden weltweit Milliarden Menschen elementare Grundrechte vorenthalten.

Wie haben sich die Menschenrechte entwickelt? ›

Die modernen Menschenrechte haben sich aus dem bis in die griechische Antike zurückweisenden Naturrecht entwickelt. Es leitete aus der Natur des Menschen, seiner göttlichen Abkunft oder Vernunft fundamentale Rechte ab, die für jeden Herrscher verbindlich sind.

Was sagen die Menschenrechte aus? ›

Die Rechte in dieser Erklärung gelten für alle Menschen, wie auch immer sie sich nach Sprache, Aussehen, Hautfarbe oder Religion unterscheiden mögen. Alle Menschen haben ein Recht auf Leben. Wir alle haben ein Recht auf Leben und ein Recht, in Freiheit und in Sicherheit zu leben. Sklaverei ist verboten.

Würde des Menschen was versteht man darunter? ›

Menschenwürde bedeutet, dass jeder Mensch wertvoll ist, weil er ein Mensch ist. In Artikel 1 (1) des Grundgesetzes steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Warum gibt es Menschenrechte einfach erklärt? ›

Die Menschenrechte gelten für alle Menschen

Sie wurden von den Vereinten Nationen im Jahr 1948 aufgeschrieben. So sollen die Staaten dieser Welt angespornt werden, sich daran zu halten. Viele Staaten, darunter auch Deutschland, haben diese Rechte in ihrer Verfassung als sogenannte Grundrechte festgeschrieben.

In welchen Ländern werden die Menschenrechte verletzt? ›

Menschenrechte sind angeboren, unveräußerlich, universell und unteilbar. Doch Anspruch und Wirklichkeit stimmen oft nicht überein. Weiterhin werden weltweit Menschenrechte schwer verletzt: in China, Darfur, Myanmar oder Mexiko, im Iran, in Guantánamo oder bei der Flüchtlingsabwehr im Süden Italiens oder Spaniens.

Warum gelten Menschenrechte nicht überall auf der Welt? ›

Besonders in Ländern, in denen Krieg herrscht. Deutschland bekommt von der Organisation Lob, weil es viele Flüchtlinge aufgenommen hat. Allerdings gab es auch Kritik. Zum Beispiel dafür, dass Flüchtlingsunterkünfte angegriffen wurden von Menschen, die nicht wollen, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt.

Ist medizinische Versorgung ein Grundrecht? ›

Jeder hat ein Recht auf Gesundheitsversorgung. Trotzdem haben Hunderttausende in Deutschland keinen oder nur beschränkten Zugang zu medizinischer Hilfe. Es sind zivilgesellschaftliche Einrichtungen, die sich gezwungen sehen, medizinische Versorgung und Beratung für diese Menschen anzubieten.

Ist Selbstbestimmung ein Menschenrecht? ›

Selbstbestimmung – ein Menschenrecht

Jeder Mensch hat das Recht, über seine Lebensführung und damit auch über Maßnahmen, die seine Gesundheit betreffen, selbst zu bestimmen.

Sollte es ein Recht auf Krankheit geben? ›

Anerkannt ist grundsätzlich die „Freiheit zur Krankheit“. Kurz gesagt: ein kranker Mensch darf unvernünftig sein und darf grundsätzlich nicht zu seinem „Glück“ gezwungen werden.

Wie lauten die Menschenrechte? ›

Geltung der Rechte für alle Menschen in allen Ländern und Gebieten, unabhängig von ihrer internationalen Stellung. Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Verbot der Sklaverei oder Leibeigenschaft. Verbot der Folter oder grausamer, unmenschlicher Behandlung.

Warum ist medizinische Versorgung so wichtig? ›

Prävention und Gesundheitsförderung. Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren, sondern treten im Laufe des Lebens auf. Menschen können viel tun, um verschiedene Krankheiten zu vermeiden und ihre Gesundheit zu stärken. Bei vielen Präventionsmaßnahmen werden sie dabei von ihrer Krankenkasse unterstützt.

Welche Personen haben Anspruch auf ärztliche Versorgung? ›

In Deutschland gilt die freie Arztwahl. Gesetzlich Versicherte können jede Ärztin und jeden Arzt aufsuchen, die oder der zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen oder hierzu ermächtigt ist.

Sind die Corona Maßnahmen mit dem Grundgesetz vereinbar? ›

Auch in der aktuellen Krisensituation gilt die Rechtsschutzgarantie des Grundgesetzes (Artikel 19 Absatz 4). Das bedeutet, dass jede*r sich stets gegen freiheitsbeschränkende Maßnahmen gerichtlich zur Wehr setzen kann, also auch gegen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Was versteht man unter Selbstbestimmung? ›

Mit Selbstbestimmung ist gemeint, dass jeder Mensch selbst darüber entscheiden darf, wie er leben möchte. Diese Freiheit, über sein Leben selbst zu bestimmen, ist ein Menschenrecht, das auch durch unsere Verfassung geschützt wird.

Was bedeutet Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung? ›

Selbstbestimmung ist ein politisches Recht, ein Bürgerrecht, das jedem Menschen unabhängig von Art und Ausprägung seiner Behinderung zusteht. Selbstbestimmung impliziert eine Aufforderung zur Veränderung des Systems der Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung« (Lindmeier /Lindmeier 2012: 160).

Was ist Selbstbestimmung Beispiel? ›

Selbstbestimmung heißt, ich darf selbst entscheiden, wie ich leben will. Ich darf zum Beispiel mein Essen aussuchen. Oder Ich darf entscheiden wie ich wohne. Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung.

Flughafen-Chaos in Deutschland: Die Lufthansa-Piloten haben in einer Urabstimmung für einen Streik gestimmt. damit rückt dieser ein weiteres Stück näher - und das mitten in den Sommerferien. Alle wichtigen Entwicklungen an den Flughäfen bei uns im Newsticker.

Juli, 12.51 Uhr: Bei der Lufthansa ist ein Streik der Piloten ein weiteres Stück näher gerückt.. Erst am Mittwoch hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der größten deutschen Airline nahezu lahmgelegt.. Juli, 10.33 Uhr : Nach einem Chaos-Wochenende mit langen Wartezeiten vor der Sicherheitskontrolle vor allem in Köln rüsten sich die Flughäfen für den nächsten Ansturm der Reisenden.. Der Flughafen Düsseldorf erwartet am Samstag und Sonntag insgesamt knapp 130 000 Fluggäste.. Die Bundespolizei erklärte, für alle Beteiligten seien beispielsweise Check-in-Schalter oder die Luftsicherheits- und Grenzkontrollstellen eine Herausforderung.. Und der zeichnet sich durch einen starken Wettbewerb aus, der einen Preisanstieg nur bedingt zulässt.“. Juli, 06.10 Uhr: Nach dem Warnstreik des Bodenpersonals mit über 1000 Flugabsagen will die Lufthansa an diesem Donnerstag wieder durchstarten.. Es handelt sich um einen sehr verkehrsreichen Tag, da Baden-Württemberg bereits in die Sommerferien gestartet ist und Bayern am Wochenende folgt.. 14.49 Uhr: Einen richtigen Zeitpunkt zum Streiken gebe es nicht, sagt eine Mitarbeiterin des Bodenpersonals, die namentlich nicht genannt werden will beim Warnstreik am Münchner Flughafen.. Bei dem Streik sagt sie, was sie von ihrem Arbeitgeber erwartet: „Ich fordere mehr Kollegen, mehr Wertschätzung und so ein Klima, wie ich es von vor 15 Jahren kenne.“. Das sei jedoch „ein Tropfen auf den heißen Stein.“Die Angestellte, die seit 31 Jahren für die Fluglinie arbeitet, sagt: „Die Lufthansa hat uns schon immer bis zum Limit arbeiten lassen und erst wenn es gar nicht mehr ging, dann haben sie angefangen Leute einzustellen.. 12.46 Uhr: Seit Mittwoch, 3.45 Uhr, streikt am Flughafen in München das Bodenpersonal der Lufthansa.. 11.30 Uhr: Passagiere der Lufthansa haben wegen des Bodenpersonal-Warnstreiks am Mittwoch auch am Hauptstadtflughafen BER ihre Flüge nicht antreten können.. Die Fluggesellschaft hat vorsorglich mehr als 1000 Flüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen und fürchtet Auswirkungen bis zum Freitag.

Flughafen-Chaos in Deutschland: Die Lufthansa-Piloten haben in einer Urabstimmung für einen Streik gestimmt. damit rückt dieser ein weiteres Stück näher - und das mitten in den Sommerferien. Alle wichtigen Entwicklungen an den Flughäfen bei uns im Newsticker.

Juli, 12.51 Uhr: Bei der Lufthansa ist ein Streik der Piloten ein weiteres Stück näher gerückt.. Erst am Mittwoch hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der größten deutschen Airline nahezu lahmgelegt.. Juli, 10.33 Uhr : Nach einem Chaos-Wochenende mit langen Wartezeiten vor der Sicherheitskontrolle vor allem in Köln rüsten sich die Flughäfen für den nächsten Ansturm der Reisenden.. Juli, 06.10 Uhr: Nach dem Warnstreik des Bodenpersonals mit über 1000 Flugabsagen will die Lufthansa an diesem Donnerstag wieder durchstarten.. Bei dem Streik sagt sie, was sie von ihrem Arbeitgeber erwartet: „Ich fordere mehr Kollegen, mehr Wertschätzung und so ein Klima, wie ich es von vor 15 Jahren kenne.“. Das sei jedoch „ein Tropfen auf den heißen Stein.“Die Angestellte, die seit 31 Jahren für die Fluglinie arbeitet, sagt: „Die Lufthansa hat uns schon immer bis zum Limit arbeiten lassen und erst wenn es gar nicht mehr ging, dann haben sie angefangen Leute einzustellen.. 12.46 Uhr: Seit Mittwoch, 3.45 Uhr, streikt am Flughafen in München das Bodenpersonal der Lufthansa.

Völkerrechtler Hans-Joachim Heintze über Europas Doppelmoral beim Thema Flucht, die Nato und die gebotene Kooperation mit China.

Die Staaten vereinbaren etwas, sie sind aber nicht die Nutznießer der Vereinbarung, sondern die Menschen in ihrem Herrschaftsbereich, um deren Rechte es geht.. Es ist eine Verlagerung unserer Verpflichtungen auf andere Staaten – obwohl wir wissen, dass die Menschen da nicht so behandelt werden, wie das Völkerrecht es verlangt.. Ja, das geht noch viel weiter: Wir haben ein sehr entwickeltes System bezüglich der individuellen Menschenrechte.. Man muss zunächst sagen: Die Geschichte der Türkei mit dem Westen ist kompliziert.. Die Nato ist nicht die große Verteidigerin des Völkerrechts, auch wenn sie sich so darstellt.. Oder muss es ein Sondertribunal für die Ukraine geben?. Ja, der ICC könnte das, denn er ist jetzt wohlorganisiert und hat schon wichtige Erfahrungen gesammelt.. Wie kann denn eine Einbindung Chinas, aber auch anderer potenziell gefährlicher Staaten wie etwa des Iran, überhaupt funktionieren?

Videos

1. Re: Recht auf Gesundheit - Alina rettet Leben in Rumänien Doku (2018)
(Bibi Rondspecht)
2. Gespräch mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte
(Deutscher Bundestag)
3. Robert Franz: Gesundheit ist ein Menschenrecht!
(Robert Franz Wissen)
4. Gesundheit ist ein Menschenrecht (Social Rights Series)
(Rosa-Luxemburg-Stiftung Geneva)
5. Globale Gesundheit kurz erklärt
(onlinekas)
6. Gesundheit ist ein Menschenrecht
(birchwood)

You might also like

Latest Posts

Article information

Author: Ms. Lucile Johns

Last Updated: 07/18/2022

Views: 5867

Rating: 4 / 5 (41 voted)

Reviews: 80% of readers found this page helpful

Author information

Name: Ms. Lucile Johns

Birthday: 1999-11-16

Address: Suite 237 56046 Walsh Coves, West Enid, VT 46557

Phone: +59115435987187

Job: Education Supervisor

Hobby: Genealogy, Stone skipping, Skydiving, Nordic skating, Couponing, Coloring, Gardening

Introduction: My name is Ms. Lucile Johns, I am a successful, friendly, friendly, homely, adventurous, handsome, delightful person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.