Rechtes Schloss in Sachsen: Ein Königreich für einen Koch (2022)

Das Bärwalder Schloss in der Oberlausitz wird nach Leerstand von Rechten und Reichsbürgern bevölkert Foto: Jean Philipp Baeck

In Sachsen beziehen Reichs­bür­ge­r:in­nen gerade zwei Schlösser. Interne Mails belegen, woher ihr Geld kommt – und wer von ihm profitiert.

Ein Artikel von

Jean-Philipp BaeckAndreas Speit

31.5.2022, 12:03Uhr

Auf dem Bärwalder Schloss ist viel los an diesem Frühlingstag Mitte Mai. Männer werkeln mit einer Hebebühne am Dach, andere räumen vor den ehemaligen Ställen zwischen Holz und Metallschrott auf. Unter den schattigen Bäumen der Einfahrt fegt eine Frau in langem Rock Laub zusammen. Kinder toben über Hof und Wiese.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(Video) Im Dienste der Majestät - die Royals und ihr Personal Doku (2019)

Lange Zeit war es still um das Anwesen in Boxberg in der Oberlausitz – ein 100 Jahre altes Schloss mit einer Reithalle, Stallungen, Grünanlagen. Zuletzt hatte es der Besitzer vernachlässigt, davon zeugen die wuchernden Gräser und Hecken. Er wollte es schon länger verkaufen, bis heute steht es für 1,4 Millionen Euro auf einem Immobilienportal.

Seit Ende Februar allerdings wird es langsam wieder bevölkert: ein Wohnwagen und zehn Autos stehen an diesem Tag im Mai in der Einfahrt, dazu Campingzelte und Biertischgarnituren. Rund zwei Dutzend Leute sind auf dem Gelände, manche sonnen sich, andere packen mit an. Es könnte auch das Sommertreffen einer Hausgemeinschaft sein, nur ist dies nicht irgendeine Gemeinschaft: Wer die Zaunpforte durchschreitet, verlässt in den Augen der Anwesenden die Bundesrepublik und betritt das „Königreich Deutschland“ – einen Fantasiestaat. Dessen AnhängerInnen bezeichnen sich selbst als „Zusammenschluss von weltoffenen“ Menschen, sie seien weder links noch rechts und wollten eine „friedliche Alternative“ zur Bundesrepublik errichten.

Schaut man sich aber an, wie diese Alternative zur Bundesrepublik aussieht und wer an ihrer Spitze steht, erkennt man schnell: Auf dem Bärwalder Schloss haben sich rechte ReichsbürgerInnen eingerichtet, AnhängerInnen des selbsternannten „Obersten Souveräns“ Peter Fitzek. Fitzek, 56 Jahre alt, geboren in Halle an der Saale, hohe Stirn, markanter Pferdeschwanz, war früher einmal Koch und Karatelehrer. Heute schafft er es mit brauner Esoterik, Verschwörungsideologie und nationalem Erweckungsglauben immer wieder in die Schlagzeilen. Im Jahr 2012 rief er in Wittenberg sein Königreich aus, vor Hunderten Gästen in einem bizarren Hokuspokusritual samt Zepter, Schwert und Reichsapfel.

Ein weiteres Schloss im Erzgebirge

Nicht nur in der Oberlausitz haben Fitzek und seine AnhängerInnen ein Schloss bezogen. Für 2,3 Millionen Euro haben sie in Eibenstock im Erzgebirgen das Wolfsgrüner Schlösschen gekauft, ein Herrenhaus im Jugendstil mit Parkanlage.

Peter Fitzek im Februar 2020 Foto: Bastian Thiery

Fitzek gewinnt zunehmend AnhängerInnen, die ihn mit viel Geld unterstützen. Die taz konnte über zehntausend interne Mails einsehen, die belegen, dass reihenweise fünfstellige Beträge als Eintrittsgeld in das vermeintliche Königreich geflossen sind.

Wenn das Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen an diesem Dienstag in Dresden seinen neuen Bericht vorgestellt, soll das Problem ausführlich Thema werden: Die Anzahl der ReichsbürgerInnen in Sachsen hat sich im vergangenen Jahr beinahe verdoppelt und ist um 850 auf 1.900 angestiegen. Bundesweit zählte das Amt 2020 rund 20.000 ReichsbürgerInnen und SelbstverwalterInnen. Rund 5 Prozent von ihnen wertet der Verfassungsschutz als rechtsextrem.

(Video) Königreich Deutschland: Reichsbürger auf Expansionskurs | SPIEGEL TV

Das Landesamt für Verfassungsschutz hat bereits mehrfach vor Grundstückskäufen durch die rechten Staatsfeinde um Fitzek gewarnt. Bundesweit verfolgen auch andere VertreterInnen der rechten Szene solche Siedlungsprojekte, vornehmlich in Gegenden, in denen mit wenig zivilgesellschaftlichem Protest zu rechnen ist.

Werbung für den Totalausstieg

Doch Fitzek propagiert den Totalausstieg – und breitet sich aus. Er hält die Bundesrepublik für nicht legitimiert, vermisst einen Friedensvertrag mit den alliierten Siegermächten, rekurriert auf Gesetze des Deutschen Reichs. Für seinen Erfolg wird er in der rechtsextremen Szene durchaus beneidet, bekommt etwa Besuch von Nikolai Nerling, der als Videoblogger namens „Volkslehrer“ bekannt ist und für die Leugnung des Holocausts verurteilt wurde. Fitzek hat Kontakte in die rechte Szene, aber organisiert keine politischen Demonstrationen und fiel bislang auch nicht dadurch auf, Waffen zu horten. Dennoch zählt er zu den Reichsbürgern, wobei bei ihm die Grenze zur esoterischen Sekte fließend ist. Er beansprucht Fähigkeiten zur Geistheilung und gibt sich selbst gern den messianischen Namenszusatz „Menschensohn“. Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt beobachtet ihn.

Für sein „Königreich Deutschland“ hat er eine eigene Gesundheitskasse, eine Rentenkasse und die „Königliche Reichsbank“ gegründet. Ganze Unternehmen können dem Fantasiereich beitreten, es gibt eine Alternativwährung mit eigenem Onlinemarktplatz. Die Zentrale seines „Königreichs“ liegt auf einem Gelände in Wittenberg, Filialen seiner „Gemeinwohlkasse“ gab es in Menden, Dresden und Ulm. Schon länger will er expandieren. Für die Gründung sogenannter Gemeinwohldörfer suchen er und seine AnhängerInnen passende Immobilien in ganz Deutschland, und sie wurden mit den beiden Schlössern in Sachsen fündig.

Prunkvoller Saal im Bärwalder Schloss Foto: Jean Philipp Baeck

Mit all dem zieht Fitzek Menschen in seinen Bann. Im vergangenen Jahr sei die Zahl von Leuten, die Fitzek folgen, von 1.500 auf 4.000 gestiegen, sagt Fitzeks Pressesprecher. Auch unabhängige Stellen beobachten ein steigendes Interesse am „Königreich Deutschland“: Laut einer Analyse des Cemas (Center für Monitoring, Analyse und Strategie) wuchs die Zahl der AbonnentInnen des öffentlichen Telegram-Kanals des „Königreichs Deutschland“ von 1.300 im März 2020 auf über 10.000 heute. Auffällig sei, sagt Jan Rathje vom Cemas, dass gerade während der Pandemie auf dem Telegram-Kanal des „Königsreichs“ ein beständiges Wachstum stattgefunden habe.

Dass es Überschneidungen gibt zwischen ReichsbürgerInnen und CoronaleugnerInnen, ist nicht überraschend: So lehnen viele AnhängerInnen Fitzeks beispielsweise auch das Impfen gegen Corona ab. Im Kernteam des „Königreichs“ dürfen nur Ungeimpfte mitarbeiten.

Reichsbürger und Coronaleugner

Im November 2020 traf sich Fitzek außerdem mit einer Gruppe um den Querdenken-Organisator Michael Ballweg in einem Restaurant in Saalfeld, das selbst von einem Reichsbürger betrieben wurde. Wegen Nichteinhaltung der Coronaregeln schritt die Polizei ein.

Baustelle im Bärwalder Schloss in Boxberg in der Oberlausitz Foto: Jean Philipp Baeck

Zwischen dem Reichsbürger Fitzek und dem Querdenken-Organisator Ballweg besteht Einigkeit im Misstrauen gegenüber Staat, Schulmedizin, Pharmalobby, Impfungen und aufgeklärtem Denken. Seit Jahren vertritt Fitzek in Anlehnung an die Ideologie der „Germanischen Neuen Medizin“ des ehemaligen Arztes und Antisemiten Ryke Geerd Hamer die Auffassung, dass eigentlich Gedanken und Gefühle die Ursachen für körperliche Probleme seien. Schon im ehemaligen Zentrum Fitzeks in Wittenberg wurden zu Gesundheitsthemen entsprechende Seminare angeboten.

Nun soll aus dem Wolfsgrüner Schlösschen ein Seminar- und Gesundheitszentrum werden. Auf dem Bärwalder Schloss hingegen ist ein „Gemeinwohldorf“ geplant: Wohnen, arbeiten, wirtschaften, leben – vermeintlich außerhalb der BRD.

Platz für 150 EinwohnerInnen solle hier geschaffen werden, erklärt Benjamin Müller, der am Bärwalder Schloss für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Freundlich bittet er herein, nachdem ihn eine Frau mit einem Funkgerät über den Besuch informiert hatte.

(Video) Die Anfänge des "Königreichs Deutschland" | SPIEGEL TV (2012)

Ein Schloss mit Baustelle

Müller führt durch das Gebäude: durch den Kaminsaal mit schmuckem Gewölbe und durch die Nebenhäuser, wo der Putz von den Wänden bröckelt. In einem großen Saal mit Zugang zur Landstraße seien Veranstaltungen geplant. Die Gebäude umranden einen grasbewachsenen Innenhof mit hohen Bäumen. Schubkarren stehen bereit, Eimer, Werkzeug, Kabeltrommeln. Dazwischen stolzieren Gänse und ein Hahn. „Das wird der Dorfplatz“, erklärt Müller.

Fünf Hektar umfasst das Gelände. Zur Zeit der ehemaligen DDR war hier eine Lungenklinik. Durch einen kleinen Torbogen gelangt man auf eine Wiese, auf der das Gerippe eines Gewächshauses verrottet. Es wäre Platz für Lebensmittelanbau, Versorgung mit Solar- oder Biogasanlagen. Müller sagt, die Menschen hier streben Autarkie an, aber nicht mit dem einen Standort allein, sondern für alle Projekte zusammen.

Doch woher kommt das Geld dafür? Die internen Mails, die die taz einsehen konnte, geben Einblick in den Zahlungsverkehr mit UnterstützerInnen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland. Sie stammen aus der Zeit zwischen 2016 und Mai 2022, das Hackerkollektiv Anonymous Deutschland hat sie erbeutet.

AnhängerInnen können sich demnach in Fitzeks Projekte gestaffelt einkaufen. In einer Mail zu den „Gemeinwohldörfern“ schreibt Fitzeks Team, man könne diese „durch eine Spende oder eine Kapitalüberlassung in beliebiger Höhe“ unterstützen. Allerdings: Das Recht, in einem Dorfprojekt auch zu wohnen und mitzuwirken, erhält nur, wer mindestens 20.000 Euro für einen „Gemeinschaftsanteil“ ausgibt. Kinder zahlen die Hälfte. Wer nur wohnen und nicht mitarbeiten will, zahlt mindestens 150.000 Euro.

„Der oberste Souverän“ profitiert

UnterstützerInnen sollen dafür einen sogenannten Kapitalüberlassungs-Vertrag unterzeichnen – gleichzeitig Beitrittserklärung ins Königreich und Bekenntnis zu dessen „Verfassung“.

Als Kapitalempfänger (KE) eingetragen ist dabei „Der Oberste Souverän“, also Peter Fitzek. Dieser hat laut Vertrag quasi freie Hand. Wörtlich heißt es: „Die Verwendung der Mittel liegt vollständig im freien Ermessen des KE.“ Ohnehin: „Der Hauptzweck der Kapitalüberlassung besteht in erster Linie in der Unterstützung der Ziele des KE.“ Der Geldgeber kann Rückzahlungen erhalten, nimmt aber im Zweifel „den Totalverlust der Euro-Gelder in Kauf“.

Nach zahlreichen Strafverfahren weiß Fitzek, wie er agieren muss, um rechtlich sicher zu sein. Das wird in einer Mail an den Verkäufer des Wolfsgrüner Schlösschens im Erzgebirge deutlich, die Ende Dezember 2021 aus einem von Fitzeks persönlichen Postfächern gesendet wurde. Es geht um die Frage, wie die große Kaufsumme für das Schlösschen auf dem Konto des Verkäufers landen kann. Fitzek führt aus, dass dies „ohne einen BRD-Notarvertrag und ohne ein Notaranderkonto“ zu Problemen führen könnte: Geldwäscheverdachtsfall, unerlaubtes Einlagengeschäft, Konto dicht, Geld festgesetzt. „Ich habe all das schon erlebt“, heißt es in der Mail. Als offizieller Käufer solle ein Vertrauter auftreten.

Ab Mitte Februar 2022 werben „Peter und das Dorfprojekt-Team“ in einer Mail an UnterstützerInnen dann damit, dass für das Wolfsgrüner Schlösschen der Kaufvertrag unterschrieben wurde. Interessierte sollen ihr Geld direkt an den Verkäufer überweisen. Und das tun sie. Reihenweise landen danach Kopien der Überweisungen im Postfach des Königreiches: 1.000, 5.000, 7.000, 10.000 Euro. Ein Mann schickt einen Beleg von einer österreichischen Bank über 45.000 Euro. Ein anderes Foto zeigt sogar einen Überweisungsschein über 250.000 Euro, Betreff: „Immobilienkauf Gesundheits- und Seminarhaus“.

Interessierte im In- und Ausland

Aus der ganzen Bundesrepublik melden sich Leute, um bei Fitzeks Projekten dabei zu sein. Sie wollen sich finanziell beteiligen – teilweise mit ihren gesamten Ersparnissen.

Eine Heilpraktikerin aus dem Berliner Umland etwa schreibt Ende März an die „Königliche Reichsbank“, sie sehe das Dorfprojekt „als einzige Lebensform“ und wünsche sich auch, dass ihre Familie später mitkommt. Sie schreibt: „Ich möchte all das Geld, was ich habe, einbringen, es sind mehr als 20.000 Euro.“

Eine Rentnerin aus Bielefeld schreibt Anfang Februar, es sei ihr Traum, in einem kleinen Holzhaus in einem Gemeinwohldorf zu wohnen. Da sie schon lange mit dem Zusammenbruch des Geldsystems rechne, wolle sie drei Eigentumswohnungen verkaufen und den Erlös dann als „Investition in ihre Zukunft“ einzahlen. Sie erwarte einen Betrag von bis zu 300.000 Euro. „Ich bin schon
 fast 68 Jahre alt und Rentnerin, aber noch für allerlei Arbeiten zu gebrauchen“, schreibt sie, dass sie aber verstehen könne, wenn zuerst junge Menschen aufgenommen würden. Ihr Antrag auf Staatsangehörigkeit laufe noch.

(Video) Reichsapfel, Zepter und Krone - Peter Fitzek und sein Königreich Deutschland

Es sind vor allem Fitzeks Geldgeschäfte, die die Behörden auf den Plan rufen. Aber wo sie es versuchen, tun sich sowohl die Kommunen wie Strafverfolgungsbehörden bislang schwer, ihn nachhaltig zu stoppen. Schon vor Jahren, als Fitzek in Sachsen-Anhalt startete, war es vornehmlich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), die ihm zusetzte.

Gestärkt aus Gerichtsverfahren hervorgegangen

Bereits 2013, ein Jahr nach der Gründungsfeier, hatte die Bankenaufsicht eine Razzia unter anderem auf einem Grundstück in Wittenberg in Sachsen-Anhalt veranlasst, das bis dahin als „Königreich“ fungierte. Zahlreiche Verfahren gegen Fitzek folgten, unter anderem wegen unerlaubten Fahrens ohne Führerschein.

Doch letztlich vermochte es Fitzek, aus den Gerichtsverfahren gestärkt hervorzugehen. Unter anderem saß er zwei Jahre in Haft. Im März 2017 war er vom Landgericht Halle zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er rund 1,3 Millionen Euro von AnlegerInnen veruntreut hatte. Er ging in Revision. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil 2018 in vollem Umfang auf und forderte ein neues Verfahren. Doch die Staatsanwaltschaft beantragte letztendlich die Einstellung.

Von diesem Ausgang zehren die ReichsbürgerInnen bis heute – Fitzek verweist in seinen Mails darauf, dass mit dem BGH-Urteil die Vorwürfe gegen ihn haltlos seien.

Von der Bankenaufsicht indes heißt es auf taz-Nachfrage: „Herr Fitzek tritt immer wieder als Betreiber oder Hintermann unerlaubter Bank- und Versicherungsgeschäfte in Erscheinung. Die erforderliche Erlaubnis hatte er nicht und hat er nicht.“ Im März 2021 untersagte die Bafin den Betrieb einer „Gemeinwohlkasse“ in Ulm, wo auch der Querdenken-Organisator Michael Ballweg einen geringen Betrag einzahlte. Zuletzt musste im August 2021 ein Bäckermeister aufhören, aus einer Filiale in Dresden für Fitzek Bankgeschäfte zu betreiben.

Warnung vom Verfassungsschutz

Andere Behörden setzen auf Appelle und Warnungen. Der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) Sachsen, Dirk-Martin Christian, sagt, wer Peter Fitzek seine Ersparnisse anvertraue, gerate nicht nur in existenzielle Abhängigkeit vom selbsternannten „König“ „beziehungsweise ‚Diktator‘“, sondern auch in den Strudel extremistischer Ideologien.

Gegenstrategien zu entwickeln sei nicht immer einfach, sagt Dirk-Martin Christian. Bei Grundstückskäufen scheine es etwa, als werde der wahre Käufer durch Strohmänner verschleiert, teilweise würde auch die Möglichkeit propagiert, Grundstücke zu stiften. „Die Kommunen haben da kaum eine rechtliche Handhabe, können solche Verkäufe also grundsätzlich nicht verhindern“, erklärt Christian.

Tatsächlich gibt es in Sachsen eine Gruppe von ExpertInnen, die die Kommunen bei extremistischen Veranstaltungen unterstützen soll und bei Grundstückskäufen berät. Dazu gehören ExpertInnen für Versammlungsrecht, Baurecht, Naturschutzrecht, vom Verfassungsschutz und dem Landeskriminalamt.

Auch die VertreterInnen der Gemeinden Boxberg und Eibenstock saßen wegen der beiden Schlösser hier am Tisch. Sie hätten womöglich ein Vorkaufsrecht gehabt. Doch Denkmalschutz hin oder her: Mehrere Millionen für renovierungsbedürftige Schlösser ausgeben, ohne sie wirklich nutzen zu wollen? Das wollte und konnte sich keine öffentliche Stelle leisten.

.

Seit der Corona­pandemie steigtdie Zahl der Reichs­bürgerInnen. In Sachsen beziehen einige gerade zwei Schlösser. Interne Mails belegen, woher ihr Geld kommt – und wer von ihm profitiert

Er wollte es schon länger verkaufen, bis heute steht es für 1,4 Millionen Euro auf einem Immobilienportal.. Ein weiteres Schloss im Erzgebirge Nicht nur in der Oberlausitz haben Fitzek und seine AnhängerInnen ein Schloss bezogen.. Fitzek gewinnt zunehmend AnhängerInnen, die ihn mit viel Geld unterstützen.. Das wird in einer Mail an den Verkäufer des Wolfsgrüner Schlösschens im Erzgebirge deutlich, die Ende Dezember 2021 aus einem von Fitzeks persönlichen Postfächern gesendet wurde.. Und das tun sie.. Sie erwarte einen Betrag von bis zu 300.000 Euro.

In Sachsen beziehen ReichsbürgerInnen gerade zwei Schlösser. Interne Mails belegen, woher ihr Geld kommt – und wer von ihm profitiert.

Das Bärwalder Schloss in der Oberlausitz Foto: Jean Philipp Baeck Rechtes Schloss in Sachsen:Ein Königreich für einen Koch Ein Artikel von Jean-Philipp BaeckAndreas Speit 31.Angelina Pannek , 30, könnten kaum glücklicher sein.Auch zum Neujahrsfest wird das rötlich schimmernde Reisgericht serviert Foto: Elke Seeger Am Abend des Tages, an dem meine japanische Mutter ihre erste Blutung bekam, gab es Osekihan zum Essen – Klebreis mit Azukibohnen, die den weißen Reis rötlich färben.Epidemiologin warnt vor Corona-Unsicherheiten Experten gehen allerdings davon aus, dass viele Corona-Fälle nicht erfasst werden, weil auf positive Schnelltests nicht immer ein PCR-Test folgt.. „Ich hatte keine Ahnung, worum es ging, aber war froh, dass ich schwänzen durfte“, erzählt meine Mutter mir grinsend knapp fünf Jahrzehnte später.. Er wollte es schon länger verkaufen, bis heute steht es für 1,4 Millionen Euro auf einem Immobilienportal.. Schaut man sich aber an, wie diese Alternative zur Bundesrepublik aussieht und wer an ihrer Spitze steht, erkennt man schnell: Auf dem Bärwalder Schloss haben sich rechte ReichsbürgerInnen eingerichtet, AnhängerInnen des selbsternannten „Obersten Souveräns“ Peter Fitzek.. Nun bekommt ihr Sohnemann, dessen Namen sowie Aussehen sie noch immer geheim halten, ein Schwesterchen.. Ein weiteres Schloss im Erzgebirge Nicht nur in der Oberlausitz haben Fitzek und seine AnhängerInnen ein Schloss bezogen.. Wenn das Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen an diesem Dienstag in Dresden seinen neuen Bericht vorgestellt, soll das Problem ausführlich Thema werden: Die Anzahl der ReichsbürgerInnen in Sachsen hat sich im vergangenen Jahr beinahe verdoppelt und ist um 850 auf 1.. Müller sagt, die Menschen hier streben Autarkie an, aber nicht mit dem einen Standort allein, sondern für alle Projekte zusammen.. Doch woher kommt das Geld dafür?. Es geht um die Frage, wie die große Kaufsumme für das Schlösschen auf dem Konto des Verkäufers landen kann.. „Ich habe all das schon erlebt“, heißt es in der Mail.

Der Wiener Subkultur-Autor bilanziert seine lebenslange Revolutionsschwärmerei auf 833 Seiten.

Der Wiener Subkultur-Autor Sommer ist ein Robert und kein Bob, uns zwar ein rekordverdächtiger Robert, allerdings auch ein schlampiger Robert, ein rabiater Quer- und Hineinleser, interdisziplinär-chaotisch, frei von innerer Widerspruchslosigkeit.. Wir haben es mit einem Gutmenschen zu tun, der stets nur über sich spricht.. Tun ja auch andere.. Er besitzt einen gewaltigen Bücherschatz; doch nur die wenigsten Werke hat er von A bis Z studiert.. Herr Sommer will gar keine Revolution, er redet zwar dauern davon, aber er hält bereits sich selbst – sein Erscheinen, sein Handeln, sein Wirken – für ein ungehorsames Ereignis.. Dem Volk darf auch nicht gedient werden, es muss sich selbst verwalten.. Das zweite Dekret: Verwirklichung des Sozialismus bedeutet Selbstverwirklichung der Menschen; bedeutet dem inneren Erleben ethnopluralistischen Raum geben, ohne es den Zwecken des Staates, der Kirche und der Moral unterzuordnen.. Geblendet sein ist eine Kraft, einseitig sein kann man zu Spass machen, ohne im Alter seine Erscheinung zu verfälschen, ohne an Grandezza zu verlieren, ohne Sekt zu erbetteln.. Das ist es, was der Rabe mit dem Schnabel krächzend aus des Schädels Raum pulen wurde, und was wir nun vor dem Aaszerhacker in Buchform vor uns liegen haben.. Natürlich enthält auch das ›Blend Werk‹ keine ganze Welt ins sich, und schon gar keine wirklichere als die wirkliche eine ist.. Nun wissen wir auch das.. 833 Seiten, mit Collagen aus den Pickbüchern des Autors, Wien: Selbstverlag 2021.

Grenzpoller am „Point Alpha“ bei Geisa in der Rhön. Die „Point“-Leiterin erklärt hier gerade einer Gruppe Soldaten, die wegen des dort hinverpflanzten Ost-Berliner Mauersegments etwas verwirt sind, in welche Richtung sie schießen müssen – im Notfall.

Und dann wieder die Sechzigerjahre – bis 68.. Zu dem im „Anti-Ödipus“ zentralen Begriff des „Wunsches“ (D wie Désir) erklärt er: „Bis heute sprechen alle abstrakt von ihm, weil sie ein Objekt isolieren, das sie dann für ihr Wunschobjekt halten.. 68 war ein ‚kollektives Gefüge‘ – der Einbruch des Werdens.. Ein Gefüge konstruieren – das ist der Wunsch.. Deleuze Abneigung gegen dieses Theater (und auch das wirkliche) geht so weit, dass er nicht einmal Haustiere mag, die wie z.B.. Das ist für Deleuze ein erzwungenes Mensch-Werden der Tiere, während es ihm umgekehrt um ein „Tier-Werden“ geht: „Man muß immer auf der Grenze sein, die einen von der Animalité trennt, aber ebenso, damit man nicht mehr von ihr getrennt wäre.“. Ähnlich wie auf die Historiker schimpft Deleuze über die „Menschenrechte“: als „Teil des schlaffen Denkens in diesen armen Zeiten – sie sind nur was für Idioten, leer und abstrakt.“ Sowie auch über die (damalige) „Linksregierung: So etwas gibt es nicht, Linkssein ist keine Regierungssache.. Das ist doch kein Problem!“ Wenn die Philosophie „Begriffe“ erfindet, dann die Kunst „Perzepte“ (Wahrnehmungserlebnisse) und die Musik „Affekte“.. Wobei natürlich Philosophie und Kunst auch „wahnsinnige Affekte“ auslösen können und umgekehrt die Musik auch sehend machen kann.“ Deleuze, der den Affekt-Philosophen Spinoza in seinem „Herzen“ hat, träumt manchmal davon, alles drei auf einmal schaffen zu können.. Er mag nicht – die Schüler-Lehrer-Differenz, weil er nicht darauf aus ist, mit seinen Begriffen eine „Schule“ zu begründen, sondern im Gegenteil, damit der „Bewegung“ zuarbeiten will, um „neue Fragen stellen“ zu können (Deleuze‘ Freund Michel Foucault bezeichnete seine Begrifflichkeit einmal ähnlich als „Werkzeugkasten“).

In einer verlassenen Klinik in Sachsen-Anhalt liegt das Königreich Deutschland.

Dieser König ist aus Pappe der echte ist nicht da.. Das Licht, das ist im Königreich die Wahrheit.. Heute, im November 2016, sitzt niemand im Grenzhäuschen.. Er war Bundeswehrsoldat, er habe ein Vorbild gesucht, sagt er.. Das Geld kommt aus Spenden und aus Seminaren für Staatsangehörige und alle, die es noch werden wollen.. Für seine Anhänger ist Fitzek einer, der alles durchsteht.. War es das mit dem Reich?. Reichsbürger seien sie nicht, sagt Schulz.

[Ξ]

Jenseits der Brücke leitet ein Fussweg rechts über die Selichbach nördlich nach dem Rochlitzer Berge, ein Fahrweg westlich über Mutzscheroda nach Geithain, ein anderer über Altzschillen südlich nach Göhren und südwestlich über Korba nach Penig.. Die Chorherren, lauter lebenslustige, muthwillige Herren, fühlten wenig Lust streng nach den Regeln des Ordens zu leben und als 1278 ihre Oberen gegen das wüste Leben der Mönche Vorstellungen wagten, schlugen diese dem Prior mit einem Hammer die Hirnschale entzwei, hieben dem Probste ein Bein ab und stürzten dann den Unglücklichen in die Mulde, und zwar auf der Stelle die noch jetzt der Probsttümpel oder die Mönchstaufe heisst In Folge dieser Excesse wurde das Kloster mit seinem sämmtlichen Einkommen von Heinrich dem Erlauchten und mit Bewilligung Dietrichs III., oder des Dicken, Markgrafen des Osterlandes, Herrn des nördlichen Pleissnerlandes und der Grafschaften Groitzsch und Rochlitz, durch Bischof Witigo I. von Meissen dem Orden der Deutschherren zu Altenburg übergeben, dessen Hochmeister, Hartmann von Heldrungen, 1280 Zschillen in einen Comthurhof umwandelte, und der Balley Thüringen einverleibte.. Der Reichsgraf Samuel Heinrich von Schönburg starb 1683 und dessen zwei Söhne waren Carl Heinrich, von 1677 bis 1708, und Franz Heinrich, von 1682 bis 1746.. Vor dem Altarplatze befinden sich zwei Standbilder, von denen das eine, die Gestalt eines Ritters, ohne Zweifel den Grafen Dedo, das andere im Ornate eines Geistlichen, den Propst Ehrhardt vom Lauterberger Kloster zum Petersberge, welcher die Kirche einweihte, vorstellen soll.. von Schönburg auf einige Zeit nach Wechselburg über, im Jahre 1604 aber brach durch Unvorsichtigkeit eines Schneiders, der in dem Pfarrhause arbeitete, hier Feuer aus, das Schloss, Ortskirche, Pfarre und Schule einäscherte, welches Schicksal einen Theil des Schlosses, Pfarre und Schulhaus am 3.

Videos

1. Eigene Schlösser & Bank: Jetzt macht das "Königreich Deutschland" ernst | WALULIS DAILY
(WALULIS DAILY)
2. Königreich Deutschland: Reichsbürger auf Expansionskurs | SPIEGEL TV Leo Reagiert!
(Kind der neuen Zeit)
3. Industrielle Revolution in Deutschland FULL HD Doku Deutsch ZDF - mit Mirko Drotschmann
(marcc24)
4. Gemeinwohl im Königreich
(Jo Conrad)
5. REZO reagiert auf den König von Deutschland
(Schlumpf)
6. Herren des Nordens - Wikinger-Saga - Historische Romane - Hörbuch-Hörspiel
(Dierdre Ronni)

You might also like

Latest Posts

Article information

Author: Duncan Muller

Last Updated: 08/21/2022

Views: 5583

Rating: 4.9 / 5 (59 voted)

Reviews: 82% of readers found this page helpful

Author information

Name: Duncan Muller

Birthday: 1997-01-13

Address: Apt. 505 914 Phillip Crossroad, O'Konborough, NV 62411

Phone: +8555305800947

Job: Construction Agent

Hobby: Shopping, Table tennis, Snowboarding, Rafting, Motor sports, Homebrewing, Taxidermy

Introduction: My name is Duncan Muller, I am a enchanting, good, gentle, modern, tasty, nice, elegant person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.